Ich bilde aus

und möchte weiter ausbilden -
eine junge Frau oder einen jungen Mann.

Über mich und das Ausbilden

Ich habe 20 Jahre allein gearbeitet. Die Arbeit mit dem Leder habe ich mir autodidaktisch beigebracht und kann damit sagen, die ersten 3 Jahre betrachte ich als Lehrzeit. Gelernt habe ich ursprünglich Werkzeugmacher und eine sehr gute Ausbildung in der Metallverarbeitung absolviert. Mittlerweile habe ich die Anerkennung meiner Qualifikation als Feinsattler von der Handwerkskammer erhalten und den Ausbilderschein gemacht.

Seit Herbst 2017 bilde ich Lehrlinge aus. Sie lernen bei mir den Beruf des Sattlers mit der Fachrichtung Feintäschner. Ich möchte sie nach der Lehre übernehmen. Der erste Lehrling hat seine Prüfung abgelegt, er ist Landesbester geworden und nimmt jetzt am Bundeswettbewerb um die beste Abschlussprüfung teil!

Zur Zeit habe ich drei Lehrlinge. Sie ist im 1. Lehrjahr, die 2. Sie ist im 2. Lehrjahr und er macht eine Umschulung zum Sattler / Feintäschner und ist vor der Abschlussprüfung.

Ich habe gemerkt, dass es mir sehr viel Spaß macht, mein Wissen und handwerkliches Können weiter zu geben. Zur Zeit biete ich keine weitere Lehrstelle an, wir sind von den Arbeitsplätzen her vollzählig.

Ich bin Jahrgang ´  62 und plane noch einige Jahre mein Handwerk zu leben. Wenn dann das Thema der Nachfolge ansteht, ist es mein Wunsch, das Ruder an jemanden zu übergeben, der bei mir gelernt hat.

Ein paar Infos und wichtige Punkte

Alltag in der Ausbildung

Der Arbeitstag hat 8 Stunden.. Ist er oder sie noch nicht 18 Jahre alt, hat sie oder er am Tag eine Stunde Pause über den Tag verteilt. Sie oder er ist also 9 Stunden da.

Es geht los um 7:30.

Vormittagspause von 9 - 9:15.

Mittagspause von 12 - 12:30.

Nachmittagspause von 15 - 15:15.

Arbeitsende 16:30

Wir arbeiten überwiegend mit festem Leder. Das dickere Leder (zwischen 2,5 und 4,5 mm) ist für die Taschen. Dieses feste Leder haben wir auch in ca. 1 mm Stärke. Daraus nähen wir hauptsächlich die Geldbörsen.

Wenn also etwas genäht werden soll, dann gibt es davon entweder ein Schnittmuster oder wir entwickeln eins.

Zuerst mal der Fall, es gibt ein Schnittmuster:

Erst wird das Leder ausgesucht und überlegt wo man die Einzelteile am besten herausschneidet.

Dann werden die Kontur und einzelne Markierungen auf das Leder übertragen.

Nun wird das Leder von Hand mit dem Messer zugeschnitten.

Dann wird das Leder gewachst, die Kanten werden gehobelt, die Stiche werden markiert, es werden die Kanten poliert und das Leder vorgestochen (ich habe in paar weitere Arbeitsschritte übersprungen, aber die Hauptvorarbeit ist beschrieben).

Jetzt kann alles zusammengenäht werden. Meistens macht jeder sämtliche Arbeitsschritte selber, von Anfang bis zum Ende.

Am Spannendsten ist es, wenn ein neues Taschenmodell entworfen wird:

Es beginnt erst mal mit der Idee. Dann werden Skizzen gemacht und wir können sie diskutieren. Auch wenn ich im Gestaltungsprozess die finalen Entscheidungen treffe, ist mir das gemeinsame Diskutieren sehr wichtig. Jeder Einwand, jede weitere Idee, auch ganz verrückte Ideen, alles ist wichtig und kann die Entwicklung beeinflussen. An einem gewissen Punkt kann dann ein Papiermodell (manchmal auch gleich aus Leder) angefertigt werden. Es folgt das Nachdenken, was schon gut und was noch nicht gut ist.

Dann kommt ein erster konkreter Prototyp in Leder. Schön wenn es dann schon perfekt ist. Damit rechne ich aber normalerweise nicht. Meist kann noch etwas verbessert werden. Manchmal entstehen auf dem Weg zur neuen Tasche auch noch weiter Ideen. Ich habe gemerkt, dass mit Henry ja plötzlich nicht nur ich etwas ausprobieren kann, sondern wir zu zweit sind. Es sind dadurch viel leichter Experimente möglich. Zu zweit oder dritt ist halt mehr möglich.

Es gibt natürlich noch viel mehr handwerkliche Fertigkeiten, die Du in der Lehrzeit lernst.

Natürlich nähen wir auch mit der Industrienähmaschine, nämlich Lederinnenfutter oder auch unsere Filzschutzbeutel wie sie jeder Tasche beim Kauf beiliegen.

Oder das große Thema des Schärfens der Werkzeuge von Hand...

Im Alltag ergibt sich nach und nach, was Dir an Wissen und Fertigkeiten fehlt und dann erkläre ich es genauer und Du kannst es üben, bis Du nach und nach immer sicherer wirst.

... es gibt auch noch die Berufsschule:

Zur Berufsausbildung gehört auch der Berufsschulunterricht. Die Berufschule ist ca. alle 5 - 6 Wochen für 2 Wochen in Hermsdorf in Thüringen. Gewohnt wird dort in einer Art WG / Wohngruppe. Sehr viel in der Berufsschule ist berufsbezogen und wenn man sich reinkniet, kann man ziemlich gute Noten bekommen. 

Und dann gab es bis Corona noch die Messen:

Ich nahm übers Jahr an 10 - 12 Ausstellungen und Messen teil. Einige Ausstellungen sind in Sachsen, andere z.B. in Stuttgart oder München.

Messen sind einerseits was Tolles, wir können die neuen Arbeiten den Leuten vorstellen und es macht auch Spaß, eine Geldbörse oder eine Tasche an jemand Nettes zu verkaufen.

Messen sind aber auch ganz schön anstrengend. Erst alles packen und das Auto beladen, dann die Fahrt und vor Ort den Messestand aufbauen und alles dekorieren.
Während der Messe Begegnungen mit vielen Menschen und am letzen Tag den Messestand und alle Ledersachen sicher verstauen und heimfahren.
Wir übernachten während der Messe z.B in der Jugendherberge.
Einzelne Messe haben wir auch zu zweit oder dritt gemacht. 

Wie es sich weiterentwickelt mit Messen und Ausstellungen ist erst einmal ungewiss. 

... und weil mir die Kreativität so wichtig ist, ist es mir auch wichtig, dass die oder der Lehrling auch die Möglichkeit haben soll, kreativ zu sein.

Ich habe deswegen eingeführt, dass ein halber Tag pro Woche Zeit für eigene Projekte ist. Da überlegt sie oder er sich selbständig was sie oder er sich nähen will oder auch ob ein Experiment ansteht. Die Sachen, die an dem halben Tag entstehen, gehören dann dem Macher oder der Macherin. Henry hatte sich z.B. als erstes eine Geldbörse, später einen sehr schicken Gürtel und zwei Taschen genäht.

Es ist toll, mit welcher Begeisterung und Exaktheit Henry sich bei den eigenen Projekten war. Und ich muss sagen, obwohl ich in dem Moment ja nur beratend zur Seite stehe, ist es toll, wie er sich gerade an diesen Tagen handwerklich weiterentwickelt hat. Das Angebot für den halben eigenen Projekttag kann ich schon jetzt auch für die oder den nächsten Lehrling machen.


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