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Ich bilde aus

und möchte weiter ausbilden -
eine junge Frau oder einen jungen Mann.

Über mich und das Ausbilden

Ich habe 20 Jahre allein gearbeitet. Die Arbeit mit dem Leder habe ich mir autodidaktisch beigebracht und kann damit sagen, die ersten 3 Jahre betrachte ich als Lehrzeit. Gelernt habe ich ursprünglich Werkzeugmacher und eine sehr gute Ausbildung in der Metallverarbeitung absolviert. Mittlerweile habe ich die Anerkennung meiner Qualifikation als Feinsattler von der Handwerkskammer erhalten und den Ausbilderschein gemacht.

Seit Herbst 2017 bilde ich Henry, meinen ersten Lehrling, aus. Er lernt bei mir den Beruf des Sattlers mit der Fachrichtung Feintäschner. Ich möchte ihn nach der Lehre übernehmen.

Ich habe gemerkt, dass es mir sehr viel Spaß macht, mein Wissen und handwerkliches Können weiter zu geben. Aus diesem Grund möchte ich weitere Lehrlinge ausbilden und diese dann auch übernehmen.

Ich bin Jahrgang ´62 und plane noch einige Jahre mein Handwerk zu leben. Wenn dann das Thema der Nachfolge ansteht, ist es mein Wunsch, das Ruder an jemanden zu übergeben, der bei mir gelernt hat.


An alle zukünftigen Auszubildenden

Wenn Du Interesse hast, das Handwerk des Sattlers mit der Fachrichtung Feinsattler zu erlernen, kann das folgendermaßen ablaufen:

Bewerbung schreiben per eMail.

Einen Tag reinschnuppern. Diesen Tag biete ich Dir an, um einen ersten Eindruck von unserem Handwerk zu bekommen. Du machst bei mir einen eintägigen Workshop und kannst Dir zum Beispiel ein Lederarmband von Hand nähen, mit allen Arbeitsschritten, die dafür gebraucht werden.

Die Idee ist, dass Du selbst erlebst, wie das Leder zu bändigen ist, was ich mit akkuratem Vorstechen meine und wie schön und perfekt solch eine Lederarbeit schon am ersten Tag werden kann. Fängst Du Feuer für Material und Arbeit und bist bereit für eine 3jährige Ausbildung und die Chemie zwischen uns stimmt, dann biete ich Dir ein zweiwöchiges Praktikum an.

Während dieses Praktikums bekommst Du einen Einblick in die Arbeit eines Feinsattlers. Und monotone Arbeiten gehören auch dazu. Nach den zwei Wochen hast Du sicherlich ein Bauchgefühl, ob der Beruf was für Dich ist.

Die Berufsausbildung läuft 3 Jahre und beinhaltet eine berufsbezogene Schule, die sich in Hermsdorf in Thüringen befindet. Aller 5-6 Wochen bist Du für 2 Wochen in der Berufsschule und wohnst dort in einer WG.


Wenn Du Interesse hast, freue ich mich von dir zu hören.




Ein paar Infos und wichtige Punkte

Alltag in der Ausbildung

Der Arbeitstag hat 8 Stunden.. Henry ist noch nicht 18 Jahre alt, also hat er am Tag zusätzlich eine Stunde Pause über den Tag verteilt. Er ist also 9 Stunden da.

Er fängt um 7:30 an.

Vormittagspause von 9 - 9:15.

Mittagspause von 12 - 12:30.

Nachmittagspause von 15 - 15:15.

Arbeitsende um 16:30

Wir arbeiten überwiegend mit festem Leder. Das dickere Leder (zwischen 2,5 und 4,5 mm)ist für die Taschen. Dieses feste Leder haben wir auch in ca. 1 mm Stärke. Daraus nähen wir hauptsächlich die Geldbörsen.

Wenn also etwas genäht werden soll, dann gibt es davon entweder ein Schnittmuster oder wir entwickeln eins.

Zuerst mal der Fall, es gibt ein Schnittmuster:

Erst wird das Leder ausgesucht und überlegt wo man die Einzelteile am besten herausschneidet.

Dann werden die Kontur und einzelne Markierungen auf das Leder übertragen.

Nun wird das Leder von Hand mit dem Messer zugeschnitten.

Dann wird das Leder gewachst, die Kanten werden gehobelt, die Stiche werden markiert, es werden die Kanten poliert und das Leder vorgestochen (ich habe in paar weitere Arbeitsschritte übersprungen, aber die Hauptvorarbeit ist beschrieben).

Jetzt kann alles zusammengenäht werden. Meistens macht jeder sämtliche Arbeitsschritte selber, von Anfang bis zum Ende.

Am Spannendsten ist es, wenn ein neues Taschenmodell entworfen wird:

Es beginnt erst mal mit der Idee. Dann werden Skizzen gemacht und wir können sie diskutieren. Auch wenn ich im Gestaltungsprozess die finalen Entscheidungen treffe, ist mir das gemeinsame Diskutieren sehr wichtig. Jeder Einwand, jede weitere Idee, auch ganz verrückte Ideen, alles ist wichtig und kann die Entwicklung beeinflussen. An einem gewissen Punkt kann dann ein Papiermodell (manchmal auch gleich aus Leder) angefertigt werden. Es folgt das Nachdenken, was schon gut und was noch nicht gut ist.

Dann kommt ein erster konkreter Prototyp in Leder. Schön wenn es dann schon perfekt ist. Damit rechne ich aber normalerweise nicht. Meist kann noch etwas verbessert werden. Manchmal entstehen auf dem Weg zur neuen Tasche auch noch weiter Ideen. Ich habe gemerkt, dass mit Henry ja plötzlich nicht nur ich etwas ausprobieren kann, sondern wir zu zweit sind. Es sind dadurch viel leichter Experimente möglich. Zu zweit oder dritt ist halt mehr möglich.

Es gibt natürlich noch viel mehr handwerkliche Fertigkeiten, die Du in der Lehrzeit lernst.

Natürlich nähen wir auch mit der Industrienähmaschine, nämlich Lederinnenfutter oder auch unsere Filzschutzbeutel wie sie jeder Tasche beim Kauf beiliegen.

Oder das große Thema des Schärfens der Werkzeuge von Hand...

Im Alltag ergibt sich nach und nach, was Dir an Wissen und Fertigkeiten fehlt und dann erkläre ich es genauer und Du kannst es üben, bis Du nach und nach immer sicherer wirst.

... es gibt auch noch die Berufsschule:

Zur Berufsausbildung gehört auch der Berufsschulunterricht. Henry ist ca. alle 5 - 6 Wochen für 2 Wochen in Hermsdorf in Thüringen. Er wohnt dort in einer Art WG / Wohngruppe. Sehr viel in der Berufsschule ist berufsbezogen und wenn man sich reinkniet, kann man ziemlich gute Noten haben.

Und dann gibt es noch die Messen:

Ich nehme übers Jahr an 10 - 12 Ausstellungen und Messen teil. Einige Ausstellungen sind in Sachsen, andere z.B. in Stuttgart oder München.

Messen sind einerseits was Tolles, wir können die neuen Arbeiten den Leuten vorstellen und es macht auch Spaß, eine Geldbörse oder eine Tasche an jemand Nettes zu verkaufen.

Messen sind aber auch ganz schön anstrengend. Erst alles packen und den Bus beladen, dann die Fahrt und vor Ort den Messestand aufbauen und alles dekorieren.
Während der Messe Begegnungen mit vielen Menschen und am letzen Tag den Messestand und alle Ledersachen sicher verstauen und heimfahren.
Wir übernachten während der Messe z.B in der Jugendherberge.
Bei einzelnen Messen (vor allem in Sachsen) war Henry dabei. In 2019 wird er das erste Mal mit zu einer richtig großen Messe mitkommen, zur Internationalen Handwerksmesse in München.

Auch solche Messeerfahrungen gehören zum Beruf und zur Ausbildung dazu.

... und weil mir die Kreativität so wichtig ist, ist es mir auch wichtig, dass die oder der Lehrling auch die Möglichkeit haben soll, kreativ zu sein.

Ich habe deswegen für Henry von Anfang der Lehre eingeführt, dass er einen halben Tag pro Woche Zeit für eigene Projekte hat. Da überlegt er sich selbständig was er sich nähen will oder auch ob bei ihm ein Experiment ansteht. Die Sachen, die an dem halben Tag entstehen, gehören dann dem Macher oder der Macherin. Henry hat sich z.B. als erstes eine Geldbörse, später einen sehr schicken Gürtel und zwei Taschen genäht.

Es ist toll, mit welcher Begeisterung und Exaktheit er bei den eigenen Projekten ist. Und ich muss sagen, obwohl ich in dem Moment ja nur beratend zur Seite stehe, ist es toll, wie er sich gerade an diesen Tagen handwerklich weiterentwickelt hat. Das Angebot für den halben eigenen Projekttag kann ich schon jetzt auch für die oder den nächsten Lehrling machen.


Handwerkliches Interesse. Das ist die Grundlage von allem.

Kreativität. Damit können z.B. Zeichnen oder Musikmachen gemeint sein. Grundsätzlich denke ich, dass Kreativität in jedem Menschen steckt. Und was noch nicht entwickelt ist, kann sich ja entwickeln lassen. Ich denke, mein Atelier könnte so ein Ort sein, wo sich Kreativität entwickelt.

Aber auch ein eigener Kopf, der selber denkt, ist wünschenswert. Manchmal scheint es mir, dass das in der Schule nicht so sehr gefördert wird. Ich bin z.B. kreativ geblieben, obwohl ich in der Schule war.

Wenn Du Dich bewerben willst, kannst Du mir per eMail schreiben. 

Ich ticke anders als eine Personalabteilung in einer größeren Firma, z.B. sagen mir Schulnoten nicht so viel. Außer, wenn Dir die Schule Spaß gemacht hat. Dann erzähl ruhig ein bisschen was Dir am Wichtigsten war.

Ich habe mir überlegt, was ich mir als kurze unkomplizierte Vorab-Infos wünschen würde. Also Punkte, die mir helfen, mir ein grobes Bild von Dir zu machen:

Wie bist Du auf die Idee gekommen, Dich bei mir zu melden?

Hast Du schon mal ein Praktikum gemacht? Welches und was war gut, was nicht so gut daran?

Hast Du schon mal mit Leder gearbeitet oder an der Nähmaschine gesessen?

Hast Du handwerklich schon Sachen gemacht (auch andere Materialien)?

Was machen Deine Eltern beruflich?

Bitte lege ein Bewerbungsfoto bei.

Anschrift

CZERNY Lederdesign
Ulrich Czerny
Obere Hauptstraße 42
09244 Lichtenau

Kontakt
taschen@lederdesign.de
Telefon 037208 - 899 602

CZERNY erleben

Es gibt viele Wege CZERNY_taschen in die Hand zu nehmen:
Ausstellungen und Messen
oder
ein Besuch bei mir im Atelier.
Bitte vereinbaren sie mit uns einen Termin.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch! 




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